E-Mail-Marketing: Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Teil 3; von Nicole Rinne

Wer Werbung machen möchte, braucht vor allem eins: Leute, die die Werbung empfangen. Das gilt auch und im Besonderen für das E-Mail Marketing. Was nützen die schönsten Newsletter und die gut konvertierenden Websites dahinter, wenn es keine Newsletter-Empfänger gibt? Im dritten Teil des Tutorials geht es deshalb um die Gewinnung von Newsletter-Empfängern.

Im letzten Teil des Tutorials ging es vor allem um rechtliche und technische Voraussetzungen für die Durchführung des E-Mail Marketings. Sind diese Vorraussetzungen geschaffen, kann man sich auf die Generierung von Newsletter-Empfängern konzentrieren. Wie immer gibt es hier nicht eine Möglichkeit, die immer und ganz sicher zum Erfolg führt, sondern es gibt verschiedene Ansätze und natürlich auch hier und da bewährte Methoden, um seine Adress-Datenbank zu befüllen. Ein Weg allein reicht hier allerdings meist nicht aus. Um einen lohnenden Bestand an Adressen zu generieren (im fünf- bis sechsstelligen Bereich), nimmt man idealer Weise mehrere Chancen wahr. Im Folgenden möchte ich auf ein paar Möglichkeiten eingehen, allerdings findet jeder mit ein bisschen Kreativität wahrscheinlich noch viele andere Ansätze, die den gewünschten Erfolg bringen.

Freesites sind und waren schon immer ein schwieriges Thema. Gerade in Zeiten der Tube-Angebote sind Webmaster oft nicht gut darauf zu sprechen, kostenlose Inhalte zur Verfügung zu stellen. Schließlich gewöhnt man Kunden dabei daran, Erotik zu genießen, ohne einen Cent auszugeben. Gratisangebote müssen aber nicht unbedingt schlecht sein und auch Besucher, die explizit nach kostenlosen Inhalten suchen, sind später oft bereit, Geld auszugeben. Deshalb eigenen sich Freesites besonders gut dazu, E-Mail Adressen zu sammeln.

Viele User geben gerne ihre Daten an, um immer informiert zu sein

Viele User geben gerne ihre Daten an, um immer informiert zu sein

Das Prinzip hinter der Idee ist ganz einfach. Kostenlose Inhalte in Form von ein paar Bildergalerien, Video-Trailern oder ähnlichem werden auf einer Seite zur Verfügung gestellt. Überall gut sichtbar hat der Besucher dann die Möglichkeit, einen Newsletter anzufordern, der über Neuigkeiten informiert. Wer regelmäßig Erotik im Internet konsumiert, gibt dort nur zu gern Daten an, um demnächst nicht lange suchen zu müssen, sondern lohnenswerte Websites direkt in sein Postfach zu bekommen. Wer noch einen Schritt weiter gehen will, bietet die kostenlosen Inhalte erst nach einer Free-Registrierung an und sammelt darüber die E-Mail Adressen. Aber Vorsicht: Hier gibt es auch wieder eine rechtliche Falltür. Sollen die Adressen der Registrierung für Werbung genutzt werden, muss explizit darauf hingewiesen werden.

Es gibt viele verschieden Methoden, eine große Adressdatenbank zu generieren

Es gibt viele verschieden Methoden, eine große Adressdatenbank zu generieren

Im NonAdult-Bereich schon lange an der Tagesordnung, aber auch interessant für den Erotik-Bereich, sind Gewinnspiele. Für die Chance auf einen oder mehrere tolle Gewinne geben Besucher gern Daten heraus. Auf diese Weise können Webmaster ihre E-Mail Datenbanken auffüllen. Natürlich muss an dieser Stelle auch wieder darauf hinwiesen werden, dass die Adressen zu Werbezwecken Verwendung finden. Aber das stört die wenigsten Besucher. Sie sind es gewohnt und nehmen es gern in Kauf. Wichtig ist auf jeden Fall, dass das Gewinnspiel nicht nur eine Täuschung ist, sondern dass auch tatsächlich Verlosungen stattfinden. Als Preise sollten hier auch wieder Dinge aus dem Erotik-Bereich gewählt werden, so erwischt man gleich die richtige Zielgruppe. Von Sextoys über Gratis-Zugänge zu Mitgliederbereichen bis hin zu DVDs und vielen anderen Dingen, gibt es eine große Palette an möglichen Preisen, die bestimmt Besucher anlocken.

Nicht erst seit dem Web 2.0 ist klar: Menschen kommen gern zusammen und tauschen sich aus. Im Internet ist das nicht anders und gerade wenn es um die Erotik geht, wundern sich viele immer wieder, wie freizügig die Menschen mit ihren eigenen Erfahrungen und Fantasien umgehen. In Foren werden private Bilder veröffentlicht, Berichte über den letzten Swingerclub-Besuch verfasst oder man ist einfach auf der Suche nach Gleichgesinnten, mit denen man sich vielleicht einmal treffen kann. Um E-Mail Adressen zu generieren, bietet es sich deshalb auch an, selbst ein Forum oder eine Community anzubieten. Sicherlich ist dies arbeits- und zeitaufwendig, lohnt sich aber auch, da neben dem E-Mail Marketing auch beispielsweise Werbung über Banner oder ähnliches gemacht werden kann. Und ernennt man dann vielleicht noch besonders engagierte User zu Moderatoren, läuft es fast von allein. Aber auch hier bitte wieder angeben, dass die Adressen, die bei der Registrierung angegeben werden, für Werbung genutzt werden.

Die einfachste und am schnellsten umzusetzende Methode zum Generieren von E-Mail Adressen ist aber immer noch die gute alte Newsletter-Box. Wer Newsletter-Marketing betreiben möchte, sollte diese Boxen zum Eintragen von E-Mail Adressen in wirklich jeder eigenen Website unterbringen. Natürlich wird man hier nicht innerhalb einer Woche 10.000 Adressen zusammen bekommen, aber gemessen am Aufwand lohnt es sich immer. Vor allem, da diese Maßnahme kontinuierlich ist und nicht wie Gewinnspiele oder Foren ständige Mehrarbeit mit sich bringt.

Wer E-Mail Adressen für Werbezwecke sammelt, sollte dies auch immer sichtbar angeben

Wer E-Mail Adressen für Werbezwecke sammelt, sollte dies auch immer sichtbar angeben

Die Finger lassen sollte man hingegen von Angeboten, in denen 5 Millionen E-Mail Adressen für 50 Euro angeboten werden. Hier kann man nie sichergehen, dass die Adressen verifiziert sind und das kostet dann auf Dauer richtig Geld, wenn die ersten Abmahnungen ins Haus flattern. Außerdem erreicht man so nur selten wirklich seine Zielgruppe. Denn E-Mail Marketing ist erst dann richtig effizient, wenn man wirklich interessierte Empfänger anspricht und nicht solche, die ihre Adresse irgendwann vielleicht mal in einem Forum für Häkelmuster preisgegeben haben.

Alle hier vorgestellten Möglichkeiten beziehen sich natürlich hauptsächlich darauf, selbst eine Datenbank mit Newsletter-Empfängern aufzubauen. Möchte man das Newsletter-Marketing der Partnerprogramme nutzen, bietet es sich natürlich an, ihre Werbemittel dazu zu verwenden. Eine andere Möglichkeit besteht auch noch im E-Mail Parking, wie es Partnercash.com auch anbietet. Dort kann man seinen eigenen Adressbestand ins System einfügen und die Gestaltung und den Versand der Newsletter vom Service-Anbieter übernehmen lassen.

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